BERLIN, 02. Mai (RIA Novosti). Der Bau des orthodoxen Mönchsklosters des Heiligen Georg in Götschendorf, Land Brandenburg, wird vom Chef des kirchlichen Außenamtes des Moskauer Patriarchates, Metropolit Kyrill von Smolensk und Kaliningrad, als ein historisches Ereignis bewertet.
Im Gespräch mit RIA Novosti sagte der Geistliche: „In München gibt es bereits das Orthodoxe Kloster des Heiligen Hiob, das zur russischen Auslandskirche gehört. Die Bedeutung des St.-Georg-Klosters, des ersten in Deutschland vom Moskauer Patriarchat gegründeten Klosters, besteht darin, dass es sich in Ostdeutschland befindet", sagte der Metropolit.
Ihm zufolge ist das Kloster als Ort für geistige und kulturelle Kontakte zwischen Deutschen und Russen gedacht.
Das Mönchskloster der Berliner Diözese wird auf dem Gelände des ehemaligen Gutsbesitzes Götschendorf gebaut, wo sich vor der Vereinigung Deutschlands ein Militärkrankenhaus der sowjetischen Truppen in Ostdeutschland befunden hatte.
„Wir brauchen einen solchen Ort für den geistigen und kulturellen Austausch sehr und hoffen, dass das Kloster sowohl für die orthodoxen Gläubigen als auch für die Gläubigen anderer Konfessionen und nicht nur für die Gläubigen attraktiv sein wird. Beim Besuch im Kloster können sie das Kirchenleben Russlands sowie Russland selbst kennen lernen", sagte Metropolit Kyrill.
Nach seinen Angaben haben sich schon mehrere junge Männer in Deutschland bereit erklärt, sich dem Klosterleben zu widmen. Auch Novizen aus Russland werden ins Kloster geschickt.
Wie der Vorsteher der Diözese von Berlin und Deutschland, Erzbischof Mark, RIA Novosti sagte, ist er mit dem Bau des bereits zweiten orthodoxen Klosters in Deutschland sehr zufrieden.
Der Erzbischof brachte seine Freude über die Wiedervereinigung der Russisch-Orthodoxen und der Russischen Auslandskirche zum Ausdruck. Er betonte, dass die Beziehungen zwischen beiden Diözesen in Deutschland sehr gut seien.
Hierarchen der beiden Orthodoxen Kirchen hatten am vergangenen Samstag an der feierlichen Grundsteinlegung für das neue Gotteshaus in dem entstehenden St.-Georg-Kloster und am Sonntag am feierlichen Gottesdienst zum 70. Jahrestag der Einweihung der Christi-Auferstehungskathedrale am Hohenzollerndamm in Berlin teilgenommen.
Metropolit Kyrill hat sich vom 30. Mai bis 1. Juni an der Spitze einer Delegation der Russisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchates in Deutschland aufgehalten. Er traf sich am ersten Besuchstag mit Vizekanzler und Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Während des Gesprächs wurden die Beziehungen zwischen Staat und Kirche in beiden Ländern, die Rolle des religiösen Faktors bei der Entwicklung der Beziehungen zwischen beiden Ländern, die Situation im Kosovo und in Ex-Jugoslawien, die humanitären Aspekte der Probleme der EU-Erweiterung, das orthodoxe Herangehen an das Problem der Menschenrechte sowie die Beziehungen zwischen verschiedenen Konfessionen und zwischen verschiedenen Zivilisationen erörtert.
Am 1. Juni wurde in der russischen Botschaft in Berlin ein festlicher Empfang gegeben, bei dem der russische Botschafter in Deutschland, Wladimir Kotenjow, den großen Beitrag der Orthodoxen Kirche zur Wiedergeburt der geistigen Kultur in Russland würdigte. Dem Empfang wohnten ranghohe kirchliche Würdenträger der Russisch-Orthodoxen und der Russischen Auslandskirche, deutsche Politiker sowie Vertreter der russischen Kirchengemeinden in Deutschland bei.
Unter den Ehrengästen befand sich der deutsche Journalist Norbert Kuchinke, ehemaliger „Spiegel"-Korrespondent, der die Idee der Einrichtung eines Orthodoxen Klosters unweit von Berlin hervorgebracht hatte.
Der Katholik Kuchinke nimmt aktiv am Sammeln von Finanzmitteln für die Restaurierung bzw. die Errichtung von Nebenbauten des Klosters teil. Die Bauarbeiten werden auf fünf bis sechs Millionen Euro geschätzt.
http://de.rian.ru/culture/20080602/109069234.html