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13:21 Buchvorstellung „Russland gibt Gas“ |
Dienstag 03. Juni 12:00 - 14:00
Ort: Hotel Adlon, Unter den Linden 77, Berlin-Mitte
Der Koordinator für die deutsch-russische zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit im Auswärtigen Amt, Dr. Andreas Schockenhoff, stellte auf Einladung der DGAP das aktuelle Buch des Programmleiters Russland/Eurasien, Alexander Rahr, vor. Schockenhoff hob vor ca. 200 Gästen hervor, dass das Buch „Russland gibt Gas“ sowohl ein differenziertes Russlandbild, als auch Wissen aus den internen Machtzirkeln des Kremls biete. Neben Themen wie Energiesicherheit, den Leistungen/Defiziten der Putin-Ära würde das Buch auch die Versäumnisse des Westens gegenüber Russland aufzeigen. Auch wenn er nicht immer mit allen Bewertungen übereinstimme, so sei gerade die Herausforderung zum Disput ein Markenzeichen Rahrs. Diese konnte dann in der anschließenden Diskussion mit provokativen Thesen des Autors getestet werden.

Neben dem Thema Energiesicherheit zwischen Russland und der EU analysiert das Buch die Leistungen der Putin-Präsidentschaft, um daraus hervorgehend die Herausforderung für die aktuelle politische Führung aufzuzeigen. Schockenhoff betonte, dass in der Beziehung zwischen Russland und der EU ein Prinzip des gegenseitigen Interessenausgleichs gelten sollte. Russische Unternehmen sollten sich ebenso an den Märkten in Europa beteiligen können, wie Unternehmen aus EU-Staaten an der Erschließung von Rohstoffe in Russland. Rahr würde in seinem Buch zu Recht darauf hinweisen, dass Russland an einer Modernisierungspartnerschaft mit der EU interessiert ist. Dabei hat Moskau ein Konzept für Energieaußenpolitik, während die EU bisher nur den Namen dafür hat. Um eine durchsetzungsfähige Energieaußenpolitik betreiben zu können, müsste, so Schockenhoff, die EU vor allem geschlossen auftreten. Weiterhin forderte der Russlandkoordinator, dass die EU als Solidargemeinschaft für alle Mitglieder gelten sollte und bei Attacken auf Mitgliedsstaaten im Bereich Energie oder bei Internetkriminalität zukünftig entsprechend geschlossen reagieren müsse.

Schockenhoff hob Rahrs Aussage in Bezug auf die russische Innenpolitik hervor, dass Putin als Regierungschef in der russischen Politik weiterhin eine zentrale Rolle spielen wird, um die Modernisierung Russlands von einem Rohstofflieferanten zu einem modernen Industriestaat abzuschließen. Zentral sei dabei, dass Russland seinen wichtigsten Rohstoff, die Menschen, dazu befähigt, an dieser Modernisierung teilzunehmen. Er forderte den Westen auf, die Forderungen Medwedews von Rechtsstaatlichkeit, Medienfreiheit und Bekämpfung der Korruption ernst zu nehmen und ihn daran in den nächsten Monaten zu messen. Die Europäer sollten nicht die Modernisierungsvorhaben der russischen Regierung grundsätzlich kritisch betraten, sondern sie unterstützen.
In der anschließenden Diskussion wies Alexander Rahr darauf hin, dass in der westlichen Öffentlichkeit oft die russische Sicht fehle und das Anliegen seines Buches eben sei, diese dem Leser in Deutschland aufzuzeigen. Gerade die NATO-Osterweiterung würde in Russland als eindeutige Aggression verstanden und müsse von uns auch aus einer russischen Position verstanden werden. Der Dialog mit Moskau sei wieder schwieriger geworden und bedürfe deshalb auch mehr Aufmerksamkeit. Hier schließt letztlich sein Buch eine wichtige Lücke: Ohne ein differenzierte Analyse der Problemlage in den Beziehungen des Westens und Russland, ohne ein Verständnis der Entwicklungen und Entscheidungsprozess in Russland kann die Kooperation mit dem großen östlichen Nachbarn nicht erfolgreich sein.
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Добавил: ANDRIANO_Z
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